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Published 12. Januar 2022

Optisch sieht man dem modellgepflegten Porsche 911 seine Antriebsrevolution nicht an. Die neue Turbo-Technik verändert nicht nur das Fahrgefühl.

Porsche setzt nun beim 911 erstmals auf zeitgemäße Turbo-Aggregate. Die überarbeiteten Modelle erhalten zudem mehr Ausstattung, sind jedoch teurer. So startet der Carrera ab 96.600 Euro, die stärkere S-Variante steht mit mindestens 110.766 Euro in der Preisliste.

Auch Porsche muss mit der Zeit gehen, sich an immer strenger werdende Abgas- und Verbrauchsvorschriften halten. Es wundert also nicht, dass die neuen Turbo-Motoren deutlich effizienter daher kommen als die Sauger-Versionen. Der Verbrauch sank um bis zu elf Prozent, bei gleichzeitiger Leistungssteigerung von 20 PS. 370 PS sind es jetzt im Carrera, 420 PS treiben den Carrera S an. Gleichzeitig sank der Hubraum des Sechszylinder-Boxers von 3,8 auf drei Liter. Nach der realitätsfernen EU-Norm sollen die beiden 911er-Versionen nur noch 7,4, beziehungsweise 7,7 Liter verbrauchen.

Auf einer ersten Testfahrt zeigten sich die Boxer fit und durchtrainiert wie nie zuvor. 60 Newtonmeter mehr Drehmoment sehen zur Verfügung. Schon kurz über Leerlaufdrehzahl bauen die beiden Lader (jede Zylinderbank hat einen) genügend Druck auf, schieben den Carrera linear und mit einer Leichtigkeit nach vorn, dass es eine Freude ist. Ein Turboloch existiert nicht. 3,9 Sekunden vergehen für den Sprint von null auf 100 km/h, 4,2 Sekunden sind es beim normalen Carrera. Das sind jeweils 0,2 Sekunden weniger als beim Vorgänger. Verwöhnt werden ebenso die Ohren. Der Sound bleibt unverkennbar Carrera, wenn auch in einer etwas milderen Frequenz als zuvor. Porsche versichert, dass hier nicht digital nachgeholfen wurde.

Debüt hat der Mode-Schalter am Lenkrad (gibt es aber nur in Verbindung mit dem Sport Chrono-Paket), ein drehbarer Ring, um die vier Programme „Normal“, „Sport“, „Sport-Plus“ und „Individual“ anzuwählen. Hat man zusätzlich das Doppelkupplungsgetriebe PDK an Bord, verfügt der Mode-Schalter über einen Druckschalter, den sogenannten „Sport Response Button“. Gedacht zum Beispiel für ultraschnelle Überholmanöver.

Vorn dabei sein will Porsche auch beim Infotainment. Endlich, werden viele sagen, denn bislang fuhren die Zuffenhausener hier deutlich hinterher. Nun hält – serienmäßig – eine gänzlich neu entwickelte Kommunikationseinheit Einzug in den Elfer. Möglich sind Online-Navigation, Smartphone-Anbindung und drahtlose Aufladung, WLAN, Sprachbedienung, Eingabe per Handschrift, Wisch- und Zoom-Gesten, Annäherungssensorik, Echtzeit-Verkehrsinfos sowie Google Earth und Street View.

Michael Specht/SP-X

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